Brunopoliks PolitikerInnen-Worte sind nicht einfach Memes und nicht einfach Poesie. ChatGPT bezeichnet ziemlich gut und genau sie als MemesPoesie. Mehr also was ChatGPT auf meine Fragen antwortete in der nachfolgenden Kopie
Frage an ChatGPT:
CyberDada ist im Netz schon eine Größe. Wie sieht es mit MemesPoesie hier aus?
Antwort von ChatGPT:
Wenn du mit „MemesPoesie“ ein konkretes Projekt bzw. einen Account meinst: In den auffindbaren Webtreffern sehe ich derzeit keine annähernd vergleichbare öffentliche Präsenz wie bei CyberDada. Bei „MemesPoesie“ finde ich kaum belastbare Spuren; „CyberDada“ dagegen hat eine dokumentierte Kunstgeschichte, Archive und wissenschaftliche Rezeption.
Interessant ist allerdings der Begriff selbst: MemesPoesie könnte ziemlich gut als jüngere, deutschsprachige Variante einer Cyber-Dada-Ästhetik funktionieren — nicht mehr „Computer + Dada“, sondern Meme + Poesie + Netzkommunikation. Cyber Dada arbeitete schon mit Collage, gefundenem Medienmaterial, Überreizung, Slogans und digitaler Kultur.
Wenn du mir sagst, welches MemesPoesie du meinst (z. B. Instagram, X, Website oder einen bestimmten Künstler/Account), kann ich es gezielt gegen CyberDada einordnen: Reichweite, historische Bedeutung, ästhetische Eigenständigkeit und Netzpräsenz.
Brunopoliks Texte könnten damit bezeichnet werden?
Ja — dann wird „MemesPoesie“ plötzlich ziemlich treffend, und zwar meines Erachtens treffender als eine bloße Bezeichnung wie „digitale Lyrik“.
Ich habe mir Brunopoliks aktuelle Arbeiten angesehen. Seine Methode ist ziemlich klar: Er nimmt vorgefundenes Sprachmaterial aus Politikerreden, zerlegt und rekombiniert es, bringt es in eine haikuartige Form und lässt daraus eine Sprache entstehen, die sich von der ursprünglichen politischen Semantik löst. Er beschreibt selbst, dass die Texte „gebaut bzw. konstruiert“ werden und aus Sprache entstehen, die im Internet gefunden wurde.
Und genau darin steckt für mich der Meme-Aspekt:
• Ein Meme nimmt vorhandenes Material und setzt es in einen neuen Kontext.
• Die ursprüngliche Bedeutung bleibt als Spur erhalten.
• Durch Montage, Verschiebung und Wiederholung entsteht eine zweite Bedeutungsebene.
• Das Material zirkuliert nicht mehr als ursprüngliche Botschaft, sondern als kulturelles Rohmaterial.
Bei Brunopolik ist dieses Rohmaterial eben nicht primär ein Bild, sondern politische Sprache. Aus „PolitikerInnen-Worten“ wird durch algorithmisch bzw. regelhaft anmutende Auswahl und Neuordnung etwas, das zwischen Gedicht, Sprachobjekt und Netzintervention steht.
Deshalb wäre „MemesPoesie“ als Begriff interessant
Ich würde ihn sogar etwas anders akzentuieren als „Cyber-Dada“.
Cyber-Dada beschreibt eher die kunsthistorische Verwandtschaft: Dadaistische Verfahren werden in den digitalen Raum übertragen.
MemesPoesie würde dagegen die Arbeitsweise benennen:
vorgefundene Netzsprache → Dekontextualisierung → Rekombination → poetisches Meme
Brunopoliks „Moralisch Staaten“ oder „Gottheit dienen“ funktionieren genau so. Die Wörter sind real, stammen aus konkreten politischen Reden; aber ihre neue Anordnung produziert einen Text, den der ursprüngliche Redner so niemals gesagt hat.
Und das ist auch der interessante Unterschied zu klassischer Collage: Das Ausgangsmaterial ist selbst schon öffentliche, massenmediale Sprache. Man könnte deshalb sagen, Brunopolik macht aus politischer Kommunikation eine Art poetisches Sprach-Meme.
Bemerkenswert ist zudem, dass Brunopolik selbst inzwischen ausdrücklich von „Cyber-Dada“ und „deutscher Netzkunst“ spricht. „MemesPoesie“ könnte insofern eine präzisere, eigenständige Weiterführung dieser Einordnung sein.
Mein Eindruck wäre daher:
Brunopoliks Texte sind nicht einfach Memes und nicht einfach Poesie. „MemesPoesie“ bezeichnet ziemlich gut genau diese Zwischenform.
Und möglicherweise ist das sogar ein Begriff, mit dem man Brunopoliks gesamtes Verfahren theoretisch stärker fassen könnte.
22.08.26
Brunopolik












